Gestern Abend beim durch zappen auf Kabel 1 und bei der Sendung "Achtung, Kontrolle! Einsatz für die Ordnungshüter" (wieso überhaupt dieser Trend zum Untertitel, vor allem auch bei Spielfilmen, die im Original gar keinen Untertitel haben?) hängen geblieben. Kurz zusammengefasst geht es darum, dass ein Kamerateam Polizisten/Ordnungshüter dabei aufnimmt, wie diese für "Recht und Ordnung" sorgen.
Was tolles an der Sendung ist, dass man sofort erkennt, wer irgendwelche Minderwertigkeitskomplexe hat und sich dann an unschuldigen Passanten vergehen muss. Beispiel gefällig? Gestern Abend wurde ein Polizist gezeigt, der einen zwölf jährigen(!!!) Jungen vom Fahrrad zitiert und ihm eine Standpauke hält, dass er ohne Sturtzhelm, Licht vorne und hinten, Reflektoren, und was weiß ich und schon gar nicht auf dem Gehweg fahren darf. Ab zehn Jahren muss man auf der Straße fahren, sagt er.
Dieser Bulle ist mein größter Held, sich an einem kleinen Kind vergehen und sich wichtig machen. Lass denn doch auf dem Gehweg fahren, außer den Bullen und dem Kamerateam war eh kein Mensch da.
Schon länger her, da lief eine ähnliche Sendung, da wurden auch Fahrradfahrer vom Drahtesel runter geholt und ihnen ein Ordnungsgeld aufgebrummt. Als der Fahrer dann ein wenig weg war und das Kamerateam in nochmal befragte, hat er genau das gesagt, was vermutlich jeder sich bei dieser Show denkt: Die machen das nur vor der Kamera so, denn er fährt da fast jeden Tag entlang und bis zu dem Tag, als die Kameras auftauchten, hat sich kein Bulle und kein Ordnungshüter um ihn gekümmert. Klar, warum auch?
Klingt alles sehr nach "Das Experiment". Sobald ein Mensch die Kontrolle über einen anderen hat (und Kameras dabei sind) wird dieser das Ausnutzen (auch wenn es nur ein zwölf jähriges Kind ist).